Die nächsten Tage:
Am Morgen des nächsten Tages versorgten wir zuerst die Tiere und gingen mit ihnen Gassi. Dann fuhren wir los zum Dog Pound, vorbei an der Greyhoundrennbahn des Irish Greyhound Boards:

Wir wollten den kleinen schwarzen Welpen abholen und ihn auf seine neue Pflegestelle bringen.
Für die anderen Hunde, einen Labbymix und 2 sehr alte Shepherds waren auch Pflegestellen organisiert worden. Diese holten die Hunde jedoch selber dort ab.
Als wir ankamen war die schwarze Greyhündin immer noch da. Zu unserem Entsetzen erfuhren wir, dass der kleine Verein leider doch keinen Platz für sie frei hatte und ihre Übernahme abgesagt worden war. Es war Freitagmorgen und die Zeit drängte! Wir riefen Eila an und fragten nach, ob sie noch ein Plätzchen frei hätte. Eila stimmt sofort zu und wir konnten die schwarze Maus also reservieren! Gott sei Dank!!!
Die schwarze Greyhündin bekam für den nächsten Tag einen Termin beim Tierarzt und sollte dann von dort weitergegeben werden.
Alles wurde geregelt und wir fuhren mit dem Welpen los.
Nachdem wir ihn übergeben hatten war ein Besuch bei der Orchard Greyhound Sanctuary außerhalb von Tulla, in County Clare angesagt. http://www.orchardgreyhoundsanctuary.com/
Außerhalb von Tulla ist gut ;o)), wir haben ganz schön gesucht, bis wir endlich den abgelegenen Weg zur Pflegestelle der Organisation gefunden hatten.
Dort angekommen erwartete uns Petra.

Sie zeigte uns alle Greys, die Greyzimmer und den schönen Greyhoundauslauf hinter dem Haus.
Wir erfuhren, dass sie überwiegend nach Schweden vermitteln - direkt ohne Zwischenstation an die neuen Familien. Auch bei Petra kommen viele Greys an, die ein schönes Zuhause suchen. Zur Zeit unseres Besuches warteten dort ca. 20 Greys.
Eine schöne Anlage mit einer liebevollen Pflegemutti! Wir haben uns lange dort aufgehalten, geschwätzt und die Greys geherzt.

Die Zeit verging wie im Flug und so mussten wir dann plötzlich feststellen, dass wir schnell den Heimweg antreten mussten. Warteten doch Peggy, ihre Babys und die anderen Hausbewohner auf uns, ihren Spaziergang und ihr Abendessen.

Am nächsten Tag holten wir als erstes die schwarze Greyhündin in Ennis im Dog Pound ab.
Sie war nun schon 2 Tage in ihrem Verschlag und verstand die Welt nicht mehr. Sie zitterte wie Espenlaub als ich sie dort herausholte. Die arme Maus sprang wie selbstverständlich ins Auto und kuschelte sich dort sofort in die weichen Hundedecken ein. Bis nach Limerick zum Tierarzt hörten wir nicht einen Mucks von ihr - sie genoss sichtlich die Wärme und Weichheit ihres Autobettchens. Hatte sie doch die letzten Tage auf blankem Beton oder der nackten Holzpalette im Pound verbracht.
Wir gaben sie beim Tierarzt ab, wo sie drei Tage für die Untersuchungen und zur Erholung bleiben sollte. Am folgenden Montag sollte sie von Eila zur Auffangstation zu den anderen Greys gebracht werden.
Danach machten wir uns auf den Weg um Eila zu treffen. Meine Tage bei Mandy waren vorüber! Die nächsten beiden Tage würde ich mit Eila verbringen.
Wir kamen zuerst am Treffpunkt an und bestellten schon einmal Kaffee für uns drei.
Eila kam einige Minuten später dazu. Im Schlepptau hatte sie eine kleine blaue Greyhündin, kein Jahr war sie alt. Sie wurde an eben diesem Morgen in Limerick im Pound abgegeben und man benachrichtigte Eila umgehend. Natürlich holte Eila sie dort sofort ab und so genossen wir unseren Kaffee zu viert.

Dann verabschiedeten wir uns von Mandy und machten uns auf den Weg zu Eilas kleiner Auffangstation!
Die Greys sind dort einfach, aber sauber und trocken untergebracht. Sie werden von morgens bis Abends durch Tom, den Besitzer der Farm, betreut.



Wir gingen noch mit den Greys spazieren und fuhren anschließend zu Eila, ihre eigenen Hunde warteten schon auf uns. Wir machten gemeinsam einen Spaziergang am Shanon River, der nicht weit von Eilas Haus entfernt fließt.

Den Sonntag, meinen letzten Tag in Irland, verbrachte ich beim Tag der offenen Tür in einer der Stationen von Limerick Animal Welfare in Kilfinnane.

Dort waren auch 3 Greys von Eila untergebracht.

Bei einer Hündin wurde der Chip heraus geschnitten und Eila fand sie streunend und blutüberströmt am Straßenrand.

Bei LAW (Limerick Animal Welfare) werden alle Arten von Tieren aufgenommen die in Not sind.

Es war ein schöner Tag mit netten Leuten! Vielen Dank an das Team von LAW, die mich so nett aufgenommen und mir alles gezeigt haben.
Den letzten Abend verbrachten wir mit einem schönen Spaziergang am Shanon River. Es ging früh zu Bett, denn ich musste am nächsten Morgen meine Heimreise in aller Frühe antreten.
Ich habe viel gesehen und erfahren. Das Leben für unsere Greys ist in Irland wirklich sehr, sehr schlimm und auch die anderen Tiere haben ein ganz schweres Los zu tragen. Was Eila, Mandy, Tom und all die anderen Tierschützer dort bewerkstelligen - viele OHNE Verein im Hintergrund und somit auf eigene Rechnung, ist unglaublich. Niemandem gebührt größerer Respekt als diesen Menschen dort!
Barbara Adomait
1. Vorsitzende, ProGreyhound e.V.
Und noch ein kleiner Nachtrag:
Peg´s Puppies wachsen und gedeihen (siehe Bericht 1)
