Bremsen sie Ihren Ex-Racer!!!

Im Hinblick auf die vielen Windhundausläufe die es gibt und die doch recht gut besucht werden,

hier wieder mal eine eindringliche Warnung!
Passen Sie bitte auf ihren Greyhound auf.

Lassen Sie ihn nicht unkontrolliert jagen.

Auch nicht in einem Umzäunten Gelände.
Hetzjagdspiele untereinander oder Verfolgen von technischen Geräten (Autos, Drohnen etc.) können zur Gefahr für ihren Renter werden,

der NICHT mehr das Training eines aktiven Rennhundes hat!

Bremsen sie ihren Ex-Racer
Es geschah an einem wunderschönen, aber angenehmen – nur 24 Grad Celsius – Samstag Mitte August.
Kora, ein junger Rennhund im Ruhestand, tummelte sich in Chicago in einen Hundepark, als sie an einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Krankheit namens Rhabdomyolyse erkrankte.Belastungs-Rhabdomyolyse bezieht sich auf extreme Muskelschäden, die als Folge von kurzen, intensiven Trainingseinheiten auftreten. Betroffene Tiere können dehydriert, schmerzhaft, schwach, desorientiert und an Übelkeit leidend sein. Rhabdomyolytische Anfälle können bei jedem Tier oder jeder Person nach extremer oder ungewöhnlicher körperlicher Betätigung auftreten, am häufigsten jedoch bei Rennpferden.Kora war einer von mehreren Hunden, die an diesem Tag ein ferngesteuertes Auto jagten. Mit Koras Hintergrund im Rennsport wurde sie wahrscheinlich mit Fernsteuerungsautos trainiert, und sie jagte das Auto für fünf bis acht Minuten bei Renngeschwindigkeiten und fing es mehrfach.

Nach weniger als zehn Minuten Verfolgungsjagd war klar, dass Kora sich an ihrer Pfote verletzt hatte und sie schien übermäßig zu keuchen. Ihre Eltern packten Kora und ihren Bruder Charlie ein und kehrten nach Hause zurück. Zu Hause angekommen, wurde Kora Wasser und ein Ventilator angeboten, um ihr zu helfen, sich abzukühlen, aber es dauerte fast eine Stunde, bis sie sich schließlich beruhigte. Ungefähr zwei Stunden später war sie unruhig und ihr Urin war sehr dunkel in der Farbe
Da sie nicht wusste, was vor sich ging, sondern dachte, dass sie unter Hitzeerschöpfung leiden könnte, brachten Koras Besitzer sie in eine 24-Stunden-Notfallklinik. Was sie dachten, war eine leichte Austrocknung und Hitzeerschöpfung.

Die schwere Muskelverletzung / Schädigung, die während dieser kurzen fünf bis acht Minuten des Verfolgens des Autos auftrat, verursachte die Freisetzung von Muskelabbauprodukten, Myoglobin und Kalium. Wenn überschüssiges Kalium im Körper vorhanden ist, kann dies zu unregelmäßigem Herzschlag führen, und Myoglobin verursacht bekanntermaßen akutes Nierenversagen. Das Myoglobin war für den braun gefärbten Urin verantwortlich.
Wegen dieser schwerwiegenden Folgen wurde Kora zwei Tage lang mit intravenöser Flüssigkeitstherapie ins Krankenhaus eingeliefert, um Elektrolytstörungen auszugleichen, die Austrocknung zu korrigieren und die Nieren zu spülen. Zusätzlich zu IV-Flüssigkeiten wurde Kora mit Muskelentspannern und Schmerzmitteln behandelt, da sie viele Tage lang sehr an Schmerzen litt.
Jetzt, mehr als einen Monat nach ihrer anfänglichen Verletzung, kehrt Kora langsam zur normalen Aktivität zurück. Sie war fast einen Monat lang an Leine, während ihre Blutwerte genau überwacht wurden.
Ich freue mich, berichten zu können, dass Kora aufgrund des schnellen Eingreifens ihrer Besitzer keine langfristigen Nierenschäden davon getragen hat. Es wurde rechtzeitig mit einer Flüssigkeitstherapie begonnen, um bleibende Nierenschäden zu verhindern. Während sie an Rücken und Hinterbeinen viel Muskelmasse verlor, baut sie diese allmählich wieder auf.
Als Hundehalter fragen Sie sich vielleicht, ob Sie verhindern sollten, dass Ihr Hund im Park läuft. Belastungs-Rhabdomyolyse ist eine sehr seltene Erkrankung und betrifft in der Regel nur Sportler, die längere Zeit dem intensiven Training ferngeblieben sind und dann mit zu viel Volumen und Intensität zurückkehren.

Die häufigsten Hunde, die betroffen sind, sind Ex-Racer (Rennhunde im Ruhestand) und Schlittenhunde in Rente. Wenn Sie also keinen dieser Hunde haben, brauchen Sie sich wahrscheinlich keine Sorgen wegen einer Rhabdomyolyse zu machen. Wenn Sie einen Greyhound haben, ist es wichtig, ihn niemals länger als 30 Sekunden mit Renngeschwindigkeiten laufen zu lassen. Auf der Rennbahn dauert ein Greyhound-Rennen zwischen 30 und 40 Sekunden, wo die Hunde mit Höchstgeschwindigkeit laufen.

Wenn Sie also einen Ex-Racer in einen Hundepark mitnehmen, stellen Sie sicher, dass er nur zum Spaß läuft, nicht mit voller Geschwindigkeit.

Übersetzt von Michaela Müller fürs Greyhound Forum.

Vielen Dank an das Greyhoundforum für die Freigabe des Textes auf unserer Homepage!

Dennis McKeon, Ein Wort über Maulkörbe und Jagdtrieb

Ich wünschte, ich bekäme eine 50 Dollarnote für jedes Mal, wenn ich jemanden sagen höre…
„Der Grund, warum Greyhounds diese Maulkörbe tragen ist, weil sie bösartig sind.“

Nun, jeder der auch nur im Geringsten mit den Rennhunden der National Greyhound Association vertraut ist, wird von dieser absurden Aussage erstaunt sein. Wie kann jemand so etwas denken? Diese Hunde sind universell bekannt für ihre freundliches, süßes und zärtliches Wesen.
Nun, um zu verstehen, wie diese Charakterisierung ein Teil der Kurzbeschreibung des Renn-Greyhounds wurde, müssen wir auf die frühen Tage der Anti-Racing Bewegung zurückblicken. Eben als die Leute, die am Wenigsten über den Greyhound wussten, sich diese Erzählung ausdachten, aufschrieben und bis heute weiterführen.

 

 

Es gab eine Zeit, in der den meisten jungen Greyhounds die Möglichkeit gegeben wurde, nach lebendiger Beute zu coursen (die Pest der Hasen), bevor sie ihre Rennkarriere begannen.

Die Anti-Racing-Aktivisten der 1970er und 80er Jahre fokussierten einen Großteil ihrer Energie und Anstrengungen um die Jagd auf lebende Beute durch Greyhounds verbieten zu lassen. Irgendwann hatten sie in manche Gegenden Erfolg.
Die Art, wie sie ihre Punkte darstellten, war es den Greyhound als „trainiert um zu töten“ und als Ergebnis dieser Barbarei, blutrünstig und vollkommen unberechenbar, darzustellen. Und natürlich trugen sie Maulkörbe.
Unnötig zu sagen, die alten Medien hatten einen riesigen Spaß daran diesen Unsinn weit und breit zu verbreiten, und somit wurde erschaffen „Die Entstehung des Buches berühmter Greyhound Mythologie“.

Wir werden nicht auf die Probleme eingehen, die diese giftige Propaganda für die Pioniere der Greyhoundadoption aus den Reihen der Rennen brachte, oder für die erste Generation ausgemusterter Greyhounds, die die erste Generation (und mehrere spätere Generationen) des organisierten ausgemusterte Greyhounds als Haustier Phänomen waren.

In ihrer realen Welt tragen Greyhounds Maulkörbe, damit sie sich nicht gegenseitig bei Spiel- oder Raufeinheiten verletzen und für ihre eigene Sicherheit, sollte eine diese Einheiten aus dem Ruder laufen. Durch die sehr dünne Haut und den relativ geringen Körperfettanteil wird die Haut schnell verletzt und reißt, wie die meisten Besitzer ausgemusterter Renner gelernt haben. Sie tragen sie nicht (und haben es niemals), weil sie eine allgemeine und akute Bedrohung für die Menschen sind.

Heutzutage bestehen Rennprofis darauf, dass alle Greyhounds während der Freilaufzeiten Maulkörbe tragen, weil es bis zu 25 – 30 Greyhounds in einem Freilauf geben kann. Dieses, zum wiederholten Male, dient dem Schutz des Greyhounds.

Maulkörbe sind keine Strafmaßnahme.

Die Hunde können Wasser trinken und in den Freiläufen herumschnüffeln – oder an der hinteren Regionen ihrer Nachbarn – je nach Vorliebe. Der Maulkorb stellt einfach eine schützende Barriere gegen Verletzungen dar, falls es zu gelegentlichen Raufereien oder Kämpfen kommt. Und das kann in Sekundenschnelle passieren, wenn stark konkurrierende Greyhounds, auf dem Höhepunkt ihres Lebens und ihrer Kraft, Anstoß an den gegenseitigen Eskapaden nehmen.

Nun lesen wir immer mal wieder von den Unglücken der Haustier-Greyhounds, die als Teil einer Gruppe ohne Maulkorb spielen durften.

Ein Kampf bricht aus, wird zu einem Gerangel und bevor die Ordnung wieder hergestellt werden kann, müssen einer oder mehrere Beteiligte dringend notfallmedizinisch versorgt werden – oder schlimmer. Und es kann sehr viel schlimmer kommen.

Und wieder müssen wir den Greyhound unter die Lupe nehmen in Bezug zu tausenden Jahren ausgewählter Züchtung auf einen bestimmten Zweck hin. Sie sind genetisch programmiert um Beute zu jagen (oder Beuteersatz, wie im Rennen oder Coursing) und wenn sie die Beute erwischen, sie schnell zu erlegen.

Diese genetische Programmierung ist das, was wir landläufig „Jagdtrieb“ nennen.

Nun haben alle Hundeartigen diesen Jagdtrieb mehr oder weniger ausgeprägt. Im Fall des Sportgreyhounds jedoch lauert dieser ununterdrückbare Wille zu sehen, zu jagen und zu erlegen, direkt unter ihrer sehr dünnen Haut – und er kann bei der kleinsten Provokation durchbrechen. Tausende Jahre ausgewählter Züchtung auf eine spezifische Funktion hin werden dies tun.

Der Auslöser zum Hervorrufen dieses Jagdtriebs muß kein bewegtes Objekt oder der Schrei eines Hasen in Not sein. Es kann das Aufjaulen eines anderen Hundes sein, der einfach nur während einer kleinen Gallopprunde getreten wurde oder der einfach nur dabei stand.

Es ist nichts, was der Greyhound kontrollierenkann, oder ihr abtrainieren oder wegwünschen könnt.

Je größer die Spielgruppe, desto größer ist die Chance, dass Greyhounds ohne Maulkorb sich gegenseitig wirklich verletzen können, sollten die Dinge nur leicht aus dem Ruder laufen. Wenn die Raserei beginnt, ist sie nicht anders zu kontrollieren, als sich selbst in die Menge zu stürzen und den oder die Hunde, die angegriffen werden, an einen sicheren Ort zu bringen.

Es ist selbstverständlich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Dinge so weit eskalieren, signifikant dadurch reduziert wird, wenn alle möglichen Teilnehmer einen Maulkorb tragen. Das ist grundlegende, allgemeine Logik.

Ich weiß, dass es schwierig für euch sein kann euch euer verschlafenes, elegantes, sittsames, spitznasiges Sofaornament als einen grimmigen und feurigen Jäger vorzustellen, der in der Lage ist tödliches Verhalten auf der Grundlage eines einzelnen Geräusches an den Tag zu legen.

Aber sie können und sie werden, besonders wenn wir entscheiden, dass sie nur die eine passive Seite haben. Dies ist garantiert nicht der Fall. Und dies ist, warum im Fall der Maulkörbe, eine Unze Vorbeugung mehr Wert hat, als eine Schiffsladung Heilung.

Wir haben es mit echten Jagdhunden aus Fleisch und Blut zu tun, die genau dazu gezüchtet wurden (oder einer Abart davon) über unzählige Generationen und tausenden von Jahren. Egal welche launenhaften Vorstellungen ihr über euren Greyhound habt,

so wahr sie in seiner häuslichen Umgebung auch sein können, bedenkt dass ihr Essenz, als eine Sportrasse mit ungewöhnlich hohem Jagdtrieb und der Möglichkeit darauf in dem Bruchteil einer Sekunde zurückzugreifen, nicht weniger wahr ist.

Im Fall des Zweifels – holt die Maulkörbe raus.

Copyright, 2016
Übersetzt von Nadine Stehmann fürs Greyhound Forum. Genehmigung des Originalautos liegt vor.

 

Vielen Dank, an das Greyhoundforum, dass wir diesen Artikel verwenden dürfen!

Euer PG – Team


Keen Greyhounds – „Hasenscharfe Greyhounds“

Ein sehr guter, es auf den Punkt treffender Artikel von

Dennis McKean aus Facebook:

Oft lesen wir auf sozialen Plattformen von Leuten, die Schwierigkeiten damit haben, ihren adoptierten Greyhounds zu verstehen oder mit speziellen Verhalten der „Pensionisten“ Probleme haben. Normalerweise wird sofort geantwortet – Rat kommt von Tiervermittlungsstellen, erfahrenen Adoptierenden und sogar von Tierärzten und Rennbahn-Fachleuten. Eines jedoch wird so gut wie gar nicht angesprochen, etwas essentielles : nämlich dass Renn-Greyhounds nicht dafür gezüchtet wurden, um Pets zu sein.

Ob der Renn-Grey ein gutes Haustier wäre oder nicht, ist für den Zuchtplan nicht relevant. Renn-Grey sind Leistungshunde, ausgezeichnete Leistung im Kopf-zu-Kopf Rennen ist ausschlaggebend dafür, ob der Hund für die Zucht weiterverwendet wird oder nicht.

„Haustierqualitäten“ sind kein Kriterium im Selektionsprozess für die Zucht des modernen Renn-Grey. Viele Greyhounds, die ausgezeichnete Rennbahn-Athleten und Zuchthunde sind, können Persönlichkeitsmerkmale oder bestimmte Verhaltensweisen entwickeln, die nicht unbedingt erwünschenswert sind in einem Haustier, oder eine einfache Integration ins Leben eines Begleithund oder Familienhund erschweren.

Allerdings gibt es ein äußerst erwünschtes Attribut in einem Renn-Grey, eines, das ausschlaggebend ist für die Zucht: wir bezeichnen diese Eigenschaft als keen-ness („Hasenscharf“). Das beinhaltet die gesteigerte/forcierte Fähigkeit das Gelände wahrzunehmen, schnell und präzise zu reagieren. Keen-ness in einem Renn-Grey äußert sich in einer ununterdrückbaren Bereitwilligkeit zum Renn-Wettkampf – oder um einfach zu jagen ohne aufzugeben. Keen-ness in Rüde oder Hündin ist genau das, was an die Welpen weitergegeben werden soll.

Keen Greys sind sehr fokussiert – oft auch so sehr, dass sie ihr Umfeld nicht mehr wahrnehmen – inklusive der Menschen um sie herum. Wenn etwas ihre Aufmerksamkeit weckt, kann das zu einem unkontrollierbaren Problem werden.

Diese unübliche Fähigkeit alles um sich herum wahrzunehmen kann auch dazu führen, dass sie schreckhaft oder nervös sind, da sie auf alles reagieren – für sie bekanntes oder unbekanntes. Dieses Verhalten ist oft wesentlich stärker ausgeprägt als in anderen Rassen.

Hab immer im Hinterkopf, dass dein pensionierter Greyhound in seinem eigenen Bewusstsein gleichzeitig Jäger und Gejagter ist – und das in jedem Moment und in jeder Situation.

Dieser Instinkt (Jagd/Flucht) ist sehr nah unter ihrer dünnen Haut – ein Ergebnis von jahrhundertlanger, äußerst selektiver Zuch für eine ganz spezielle Funktion. Es ist die Essenz ihres Seins.

Selten sind diese einzigartigen Merkmale ein Problem für potentielle Adoptierende, aber es ist wichtig zu verstehen, dass Greyhounds von Natur aus reaktionsfreudige, konkurrierende Hunde sind. Werden sie nach ihrer Renn-Qualität gezüchtet, dann sind das keine vergleichbaren Verhaltensqualitäten, die man sich bei einem Haustier wie zum Beispiel einem Mops oder einem Malteser erwartet.

Die Tatsache, dass retired Renn-Greys trotz allem einen nahtlosen Quantensprung in ihrem Leben machen können – von Hochleistungssportler zu Familienhund – ist ein Merkmal ihrer eigenen angeborenen Intelligenz und ihrem Grundvertrauen zu Menschen.

Wenn man Ihr Coursing- oder Renn-Erbe und die ursprünglichen, mystischen, magischen Aspekte ihrer Natur erhält, versteht und annimmt, dann sind sie ein Gewinn, eine Bereicherung.

Quelle:

http://www.info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=133&t=9717

Übersetzungsfreigabe fürs Greyhoundforum – übersetzt von Sandy Mayer.
31.08.2017
Dennis McKean Facebook

Vielen Dank, an das Greyhoundforum, dass wir diesen Artikel verwenden dürfen!

Euer PG – Team

 

Sind Sighthounds* wirklich Hunde

* auf Sicht jagende Hunde wie Greyhounds, Galgos, usw.

 

Ein Bericht von The Greyhound Health Initiative™

Der Hund wurde vor etwa 14.000 Jahren vom Menschen domestiziert. Durch die natürliche und vom Menschen geförderte Auslese, gibt es heutzutage über 400 verschiedene Rassen.

Diese Rassen werden in Gruppen zusammengefasst. Diese sind z.B. von der amerikanischen Züchtervereinigung, dem American Kennel Club (AKC) definiert. Die Liste des AKC umfasst über 25 verschiedene Rassegruppen wie z.B. die so genannten Sighthounds, Hunde, die ihre Beute auf Sicht jagen.

Alle Sighthounds haben typische Merkmale; sie sind schlank bis mager, haben lange Köpfe (daher der liebevolle Ausdruck Langnasen), agil und schnell. Es gibt über 15 bekannte Rassen in dieser Gruppe. Hierzu gehören neben den Afghanen auch Azawakh, Borzoi, Chart Polski, Galgo Español, Greyhound, Hortaya Borzaya, Irish Wolfhound, Italienisches Windspiel, Magyar Agar, Saluki, Scottish Deerhound, Sloughi, Whippet und Rajapalayam. Obgleich man oft bei Sighthounds an “Sprinter” denkt, sind in Wirklichkeit verschiedene dieser Rassen “Langstreckenläufer“ wie z.B. der Galgo Español.

Es gibt fossile Funde und Zeichnungen von Hunden, die Sighthounds ähnlich sehen von vor 7.000-6.000 vor Christus. Mit anderen Worten, diese Gruppe hat sich über mehrere tausend Jahre sehr eng entwickelt. Neuerliche Genuntersuchungen legen nahe, dass Greyhounds gegenüber anderen Hunderassen einzigartige genetische Eigenschaften besitzen. Jeder, der einen Greyhound gehalten hat oder Greyhound als Patienten gehabt hat, weiß, wie sich diese Hunde von anderen Rassen unterscheiden. Die meisten Sighthounds teilen sich biologische Eigenschaften.

Es wird angenommen, dass in den USA und Kanada etwa 200.000 Greyhounds in Familien leben, wohingegen etwa 35.000 Greyhounds auf Rennbahnen ihr Leben fristen. In den vergangen Jahren wurden pro Jahr zwischen 15.000 und 18.000 Greyhounds pro Jahr in Familien vermittelt. Auch wächst die Anstrengung von Vermittlungsprogrammen von Galgos und Greyhounds in Europe.

Darum ist es so wichtig, die physiologischen Besonderheiten dieser Rasse zu berücksichtigen. Vom hämatologischen Standpunkt aus gesehen haben diese athletischen Hunde mehr rote Blutkörperchen als andere Hunde; daher ist auch das  Zellvolumen des Blutes (PCV) höher und die Hämatokrit (HCT) und Hämoglobin Konzentration sowie die gesamte Blutviskosität ist anders als andere Hunde.

Ein gesunder Greyhound hat einen HCT-Wert von 50-63%, wenn das Blut eines Hundes einer anderen Rasse einen solchen Wert aufweist, würde er als an Polyzythämie oder Erythrocytosie leidend diagnostiziert. Die Zahl der weißen Blutkörperchenl (White Blood Cells), Neutrophilen (WBCs kämpfen gegen Bakterien), und Blutplättchen (zur Blutgerinnung) ist bei Greyhounds niedriger als bei anderen Rassen.

Die meisten normalen Greyhounds haben 3-5X109/L WBC, der Neutrophil Wert liegt bei niedrigen 1.8X109/L. Bei gesunden Greyhounds werden durchschnittlich 80-120 X109/L2 Blutplättchen gemessen. Zusätzlich fehlen Greyhounds Eosinophilien (Zellen beteiligt an allergischen Reaktionen und Reaktionen auf Parasiten), die charakteristischen orangenen Körperchen, die man bei allen anderen Rassen findet (oberes Bild); die Körperchen lassen sich nicht einfärben, daraus resultiert das Vorhandensein von zytoplasmichen Vakuolen (Zellverbund mit Haut). Diese “vakuolen Zellen mit doppeltem Kern” (unteres Bild) können häufig mit toxischen Gruppen verwechselt werden (ein Zeichen von schwerer Entzündung/Infektion).

BlutbildDas Blutbild bei Greyhounds zeigt Werte, die von denen anderer Hunde abweichen. Hauptsächlich der Wert des Kreatinine (Marker für die Funktion der Nieren) ist mit 1-2.2 mg/dL überhöht, während die Werte für Protein (5-6 gm/dL) und Globulin (1.8-2.5 gm/dL) niedriger als bei anderen Hunden sind; die niedrige Eiweisskonzentration steht im Zusammenhang mit der niedrigen Globulin Konzentration.

Abhängig von den benutzten Analyseinstrumenten können andere Werte auch außerhalb der sonst üblichen Werte liegen.  Wir haben kürzlich gezeigt, dass die Werte für Kalzium, sowohl generell wie auch in ionisierter Form, und Magnesium niedriger als bei Nicht-Greyhounds sind. Die Ergebnisse der Gasanalyse und Bestimmung des Sauerstoffgehaltes des venösen wie arteriellen Blutes zeigen auch Werte abweichend von denen anderer Rassen.

Greyhounds haben einzigartige Bluttypen; zwischen 50 und 70% der Greyhounds sind “universelle” Blutspender (negativ für DEA 1.1, 1.2, und 7), verglichen mit <20% bei den meisten anderen Rassen Würde man nur die Typisierungskarte DEA 1.1 betrachten, wären 87% aller Greyhounds als Blutspender geeignet. Bei anderen Rassen liegt der Schnitt unter 40%.

Es ist seit Jahren wohl bekannt, dass Greyhounds geringere Thyroxine (T4) (Schilddrüsenhormon)  Konzentrationen als Nicht-Greyhounds besitzen. Früher wurde die niedrige T4 Konzentration verschiedenen, gleichzeitig auftretenden Störungen zugeschrieben wie z.B. Stress, Testosterongabe, Rennen, etc). Die niedrigen T4 Konzentrationen findet man in jungen, trainierten Greyhounds und werden bis ins Erwachsenenalter mitgeführt, unabhängig davon, ob sie Rennläufer sind oder nicht.

Die meisten normalen Greyhounds (>90%) zeigen T4 Werte unterhalb der Referenzwerte für die Rasse und werden dann allgemein als „Schilddrüsenkrank“ diagnostiziert. Eine wechselhafte Anzahl von Greyhounds (10-30%) haben niedrige freie T4 (fT4) Konzentrationen als nicht Greyhounds. Wie dem auch sei, all diese Greyhounds haben normale TSH Konzentrationen und haben deshalb Keine Schilddrüsenunterfunktion. Ein kürzliche Studie, bei der die Schilddrüsenzintigrafie eingesetzt wurde, hat gezeigt, dass Greyhounds mit niedrigem T4 Wert Schilddrüsenkrank sind.

Vom kardiovaskulären (Blutkreislauf) Standpunkt haben normale Greyhounds üblicherweise ein 1-2/6 systolischem Geräusch auf der linken Seite (unnormale Herzgeräusche, die durch Turbulenzen oder Verwirbelungen des Blutflusses hervorgerufen werden),  die in die Halsschlagader ausstrahlen. Dieses “Murmeln” ist lauter und hat einen anderen Ton, wenn der Hund aufgeregt ist. Das Murmeln entsteht dadurch, dass sie eine sehr große linke Herzkammer, aus der das hochviskose Blut bei Anstrengungen durch die Muskelkontraktion in den Körper gepumpt wird. Der Durchmesser des Aortaausganges (aotic annulus – Ausgang der linken Herzkammer) ist genau so groß wie bei anderen Hunden gleicher Größe, daraus rührt ein Murmeln einer funktionalen Aortenstenose wegen der hohen Pulsfrequenz. Die größere linke Herzkammer bei Greyhounds führt zu einem erhöhten vertebralen Herzwert (vertebral heart score – VHS), und zur falschen Diagnose Herzvergrösserung bei   Röntgenaufnahmen. Greyhounds besitzen auch eine höhere Konzentration von Troponin I und proBNP (Biomarker für Herzerkrankungen); die Werte liegen häufig im Bereich, wo andere Hunde unter einer Erkrankung des Herzmuskels leiden.

Greyhounds und andere  auf Sicht jagende Hunde, so genannte Sighthounds (mit Ausnahme der Irischen Wolfshunde) haben eine hohen Blutdruck. In den 60er Jahren haben viele medizinische Forschungseinrichtungen Greyhounds als Modell für Bluthochdruck bei Menschen gesehen. Ein normaler Greyhound hat einen oberen Blutdruckwert von >160 mmHg wenn er z.B. in einer Klinik gemessen wird. Greyhounds haben einen so genannten “white coat effect” (weißer Kittel Effekt – hier der Arztkittel), was heißt, dass der gemessene Blutdruck in einer Klinik anders ist, als z.B. zu Hause, wo er bei nur 120 mmHg liegt.

Jedermann, der einem Greyhound Medikamente verabreicht, muss wissen, dass diese Rasse wie das  “Leben in einer Schokoladendose” ist; in anderen Worten, man “weiß nie, was man bekommt”.

Kürzlich gemachte Untersuchungen haben gezeigt, dass Greyhounds anders als andere Hunde, Drogen nicht umwandeln. Die Konzentration der Leberzytochrome  P-450 Enzyms (CYP) ist signifikant niedriger als bei anderen Rassen. Dies verursacht ein ungleichmässiges Metabolisieren von Medikamenten, wenn mehrfache Mittel benutzt werden.

Bekommt ein Greyhound eine therapeutische Dosis Propofol, so ist er für Minuten narkotisiert; bekommt der Hund aber eine “CYP Droge” (Droge, die das Enzym-System “verbindet”), wie z.B.  Chloramphenicol, wird er bei gleicher Dosis Propofol mehrere Stunden narkotisiert sein.  Aus meiner Erfahrung ist die Verabreichung von Acepromazin ein gutes Beispiel. Bekommt ein Greyhound eine therapeutische Dosis Acepromazin (0.05-0.1 mg/kg) vor der eigentlichen Medikamentenzuführung, dauert das Aufwachen nach einer Narkose 8-12 Stunden; ich benutze eine Dosierung von 0.5 mg für einen 30-kg schweren Greyhound. Zusätzlich zum relativen CYP Mangel, zeigen Greyhounds auch eine höhere glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und ein (hohes) Verteilungsvolumen, und können Unterschiede bei der Absorption von Drogen im Darm aufweisen.

Sehen Sie hierzu auch den Beitrag unter dem Menupunkt „Gesundheit/Blutwerte“

Anmerkung des Übersetzers:

Im Originaltext sind viele medizinische Fachbegriffe verwandt worden, die eine Übersetzung ohne fachliche (und selbst dann) Kenntnisse extrem erschweren.

Da es aber das Ziel ist, auch interessierten Laien ein paar Unterschiede zwischen Sighthounds und anderen Rassen zu vermitteln, wurde nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt bzw. Umschreibungen gewählt. Für Korrekturen und Anmerkungen zum Inhalt sind wir dankbar.